UV nach Ländern – und was es mit dem Dachzelt macht
Für acht Orte in sieben Reiseländern steht hier der UV-Index aus einer einzigen vergleichbaren Quelle – von Berlin bis Bulawayo. Dazu, was UV mit Polyester, Poly-Cotton, Silikon, ABS und GFK macht, jeweils mit dem Versuch, aus dem die Zahl stammt. Für 7 weitere Reiseländer gibt es keine vergleichbare Zahl – sie stehen hier trotzdem, mit dem Grund statt einer Zahl.
Der Satz, ohne den der Rest irreführend wäre: Der UV-Index ist ein Hautschutzmaß. Er gewichtet die Strahlung mit dem Erythem-Wirkungsspektrum nach ISO 17166 – also danach, wie stark sie Sonnenbrand erzeugt. Für die Alterung eines Zeltdachs ist ein anderes, materialabhängiges Wellenlängenband maßgeblich. Ein hoher UV-Index sagt Ihnen: hier ist viel Sonne. Er sagt Ihnen nicht, wie schnell Ihr Zelt altert – und für keines der Länder auf dieser Seite existiert eine materialkalibrierte Dosis, aus der man das rechnen könnte.
Der Ländervergleich
UVI Max = 14-Jahres-Mittel des jährlichen Höchstwerts des UV-Index zum lokalen Sonnenhöchststand, all-sky (Wolken und Aerosole enthalten), OMI/Aura-Satellit, 1° × 1° Gitterzelle, Zeitraum 2005–2018.
Wichtig: Das ist der SPITZENTAG des Jahres, nicht ein typischer Sommertag. Der Wert liegt systematisch über dem, was ein Reisender an einem durchschnittlichen Urlaubstag antrifft. Er ist genau deshalb für die Materialfrage brauchbar: er markiert die Obergrenze der Belastung.
| Ort | Spitzenwert UVI Max |
Jahresmittel UVI Avg | WHO-Kategorie | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Berlin Deutschland | 7 | 2 | hoch | Referenzwert. Unabhängig bestätigt: die BfS/STAR-Modelltabelle nennt für Berlin im Juni und Juli ebenfalls 7. |
| Aosta Italien | 9 | 3 | sehr hoch | Alpental in Norditalien - nicht repräsentativ für Süditalien oder die Inseln. |
| Rom P Italien | 10 | 4 | sehr hoch | VORBEHALT: dieser Wert stammt aus der Preprint-Fassung derselben Arbeit (dort 105 Orte); die publizierte Fassung mit 191 Orten war in der Recherche im hinteren Teil technisch nicht lesbar. Ob die Zahl in der Endfassung unverändert ist, wurde NICHT geprüft. |
| Athen Griechenland | 10 | 5 | sehr hoch | Wie alle Zeilen ein Wert der 1-Grad-Gitterzelle, nicht eine Stadtmessung. Bei Athen fällt das besonders ins Gewicht: eine Gitterzelle dieser Größe umfasst Meer, Ebene und Gebirge. |
| Ankara Türkei | 10 | 4 | sehr hoch | Landesinneres, rund 850 m. Unabhängig gestützt: Brewer-Tagesmessungen 2007-2010 ergaben ein Sommermaximum von rund 10 (siehe Einzelbefunde). |
| Casablanca Marokko | 11 | 6 | extrem | Erste belastbare UV-Zahl für Marokko überhaupt in dieser Recherche. Gilt für die Atlantikküste; für Marrakesch und den Hohen Atlas (Höhe!) liegt kein Wert vor. |
| Kapstadt Südafrika | 12 bis 13 | 5 | extrem | Als SPANNE geführt, weil die beiden Fassungen der Tabelle auseinandergehen: die publizierte nennt 12 bei einer Breite von -39,9 Grad (das wäre offener Atlantik), die Preprint-Fassung 13 bei -33,92 Grad (Kapstadt). Vermutlich ein Zahlendreher in der Endfassung. Kapstadt ist außerdem der kühlste, südlichste Teil des Landes - für das höher gelegene Hochveld (Johannesburg, Pretoria) liegt kein Wert vor, er duerfte höher sein. |
| Bulawayo Simbabwe | 15 | 9 | extrem | 1400 m Höhe. Erste Landeszahl für Simbabwe statt der bisherigen Sub-Sahara-Pauschale. WORAUS SICH DER WERT ZUSAMMENSETZT: niedrige geografische Breite (20 Grad Süd), 1400 m Höhe und das Perihel der Erdbahn im Südsommer - die Erde steht der Sonne im Januar rund 3,4 Prozent näher als im Juli (0,983 gegen 1,017 AE), was über das quadratische Abstandsgesetz rund 7 Prozent mehr Bestrahlungsstärke ergibt. Das gilt global und breitengradunabhängig. Der Vergleich mit Berlin (34 m) mischt also Breiten- und Höheneffekt. Rechnet man die Höhe mit der eigenen Faustregel heraus (rund 15 Prozent für 1400 m), läge Bulawayo auf Meereshöhe noch bei rund 13 - also immer noch beim rund 1,9-Fachen von Berlin. Der Kernbefund hält auch nach dieser Bereinigung. |
P aus der Preprint-Fassung derselben Tabelle. Kategorien nach WHO: bis 2 niedrig, 3–5 mäßig, 6–7 hoch, 8–10 sehr hoch, ab 11 extrem.
Warum die Jahresmittel-Spalte trotzdem die interessantere ist
UVI Avg = 14-Jahres-Mittel des UV-Index zum lokalen Sonnenhöchststand über ALLE Tage des Jahres. Diese Spalte ist interessanter als der Spitzentag, weil sie die Jahreszeit einbezieht: in Berlin liegt der UV-Index sechs Monate im Jahr bei 2 oder darunter, in Bulawayo fällt er nie tief. Berlin 2 gegen Bulawayo 9 ist ein Faktor 4,5, gegenüber 7 zu 15 (Faktor 2,1) bei den Spitzenwerten. ABER: auch UVI Avg ist ein MITTAGSWERT, keine kumulierte Dosis. Die Tageslänge geht nicht ein - und die wirkt dem Abstand entgegen, weil ein Berliner Junitag rund 16 Stunden hell ist und ein Bulawayör Sommertag rund 11. Der Faktor 4,5 ist deshalb KEIN Alterungsfaktor. Eine echte kumulierte Dosis in MJ/m2 existiert für keinen dieser Orte.
Herman, Huang, McPeters, Ziemke, Cede, Blank (2020), "Global distribution and 14-year changes in erythemal irradiance, UV atmospheric transmission and total column ozone for 2005-2018 estimated from OMI and EPIC observations", Atmospheric Chemistry and Physics 20, 8351-8370, doi:10.5194/acp-20-8351-2020, Anhang-Tabelle A4 · peer-reviewed · Konfidenz: hoch für sechs Zeilen; mittel für Rom (aus der Preprint-Fassung derselben Arbeit) und für Kapstadt (Breitenangabe der publizierten Fassung fehlerhaft, Wert 12 bis 13)
Vorbehalte zu dieser Tabelle (4)
- Ljubljana (Slowenien) und Gaborone (Botswana) kommen in Tabelle A4 nachweislich nicht vor - das ist geprüft, nicht nur "nicht gefunden".
- Für Wien, Zürich/Bern, Zagreb, Tunis und Windhoek konnte der hintere, alphabetisch spätere Teil der publizierten Tabelle in dieser Recherche technisch nicht gelesen werden (die publizierte PDF ist größer als 30 MB und wurde vom Abrufwerkzeug abgelehnt). Ob dort Einträge existieren, ist OFFEN - nicht "es gibt keine".
- Die Spalte Alt (Höhe) der Tabelle passt an mehreren Stellen nicht zur tatsächlichen Ortshöhe und wird deshalb hier gar nicht geführt.
- In der Textebene der Tabelle wurden beim Auslesen weitere Vorzeichen- und Ländercodefehler bemerkt (etwa eine negative Breite für Abu Dhabi, ein Eintrag "Istanbul_CN"). Die UVI-Spalten sind davon nicht betroffen, aber die Koordinaten- und Höhenspalten der Tabelle sind nicht vertrauenswürdig - sie werden hier deshalb nicht geführt.
Wann im Jahr – der Jahresgang
Typischer UV-Index am 21. des jeweiligen Monats, ermittelt durch Modellrechnung mit dem Strahlungstransferprogramm STAR.
Nicht mit der Tabelle oben verrechnen: Das ist ein MODELLWERT für typische atmosphärische Bedingungen - kein Messwert und kein Spitzenwert. Er ist nicht dieselbe Größe wie die Hauptreihe oben und darf nicht mit ihr in eine Tabelle. Sein Wert liegt darin, dass er die Jahreszeit zeigt.
| Stadt | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berlin 52 Grad N | 1 | 1 | 2 | 4 | 5 | 7 | 7 | 5 | 3 | 1 | 1 | 0 |
| Palma de Mallorca 39 Grad N | 2 | 3 | 4 | 6 | 8 | 9 | 9 | 8 | 6 | 4 | 2 | 1 |
| Iraklion (Kreta) 35 Grad N | 3 | 4 | 5 | 8 | 9 | 9 | 10 | 9 | 7 | 4 | 3 | 2 |
| Kapstadt 34 Grad S | 9 | 9 | 7 | 5 | 3 | 2 | 3 | 4 | 6 | 7 | 9 | 10 |
| Maputo 26 Grad S | 11 | 11 | 9 | 7 | 5 | 4 | 4 | 6 | 8 | 10 | 11 | 11 |
| Nairobi 1 Grad S | 12 | 13 | 13 | 12 | 11 | 10 | 11 | 11 | 12 | 12 | 12 | 11 |
Die BfS-Tabelle führt für Kapstadt und Sydney zwölf identische Monatswerte. Das ist kein Übertragungsfehler - es wurde dreifach nachgeprüft, und die Nachbarzeilen Buenos Aires und Melbourne unterscheiden sich sauber. Beide Orte liegen auf 34 Grad Süd, und STAR ist ein reines Strahlungstransfermodell für eine Standardatmosphäre: gleiche Breite, gleicher Modellwert. Das ist zugleich die beste Erinnerung daran, dass diese Spalte ein Modell ist und keine Messung.
Zwei Verfahren, ein Wert
Beide Verfahren landen für Berlin bei 7. Weil sie verschiedene Größen messen - Jahresspitze gegen typischen Monatswert -, ist das KEIN Genauigkeitsbeweis. Es zeigt nur, dass zwei unabhängige Verfahren in derselben Größenordnung landen. Mehr sollte man daraus nicht machen.
"Da die wesentlichen Einflussparameter nicht vorhersehbaren Schwankungen (zum Beispiel lokale temporäre Schwankungen der Ozonschicht) unterliegen können, können an den entsprechenden Orten unter Umständen auch höhere Werte auftreten."
https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/weltweit/weltweit.html · behördlich
Die 7 Länder ohne vergleichbare Zahl
Diese Länder bekommen hier keine Zahl, sondern einen Grund. Eine vollständig aussehende Tabelle aus vierzehn unvergleichbaren Quellen wäre die bequemere, aber die unehrlichere Lösung.
- Österreich
- Das zuständige Ministerium nennt "bis 8 im Flachland bei klarem Himmel" und für die Berge nur "auch höhere Werte" - unbeziffert. In Tabelle A4 war der alphabetische Bereich mit einem etwaigen Eintrag Vienna_AT nicht lesbar.
Was stattdessen geht: Der Flachlandwert 8 ist der einzige belegte Ausgangspunkt. Wer daraus einen Bergwert rechnen will, muss die Bandbreite mitrechnen: die Faustregel von 10 bis 12 Prozent je 1000 Höhenmeter ist ein Mittelwert, und Alpenarbeiten geben je nach Strahlungsanteil und Wellenlängenbereich 8,5 bis 23 Prozent an (im UV-B modelliert bis 36). Aus 8 im Flachland werden für 1600 m mit der Faustregel rund 9,3 bis 9,5, mit der vollen Bandbreite rund 9,1 bis 11. Über Schnee mehr. Das ist eine ABLEITUNG mit erheblicher Unsicherheit, kein Messwert. - Schweiz
- MeteoSchweiz misst UV an vier Stationen (Payerne, Locarno-Monti, Davos 1590 m, Jungfraujoch 3580 m), publiziert aber keine stationsbezogenen Sommerhöchstwerte. Die vielzitierten Zahlen "Davos 10-11, Jungfraujoch bis 13" stammen aus einem Beitrag des Schweizer Alpen-Clubs ohne Studie, ohne Messzeitraum und ohne Datenquelle; BAG und das offizielle Schweizer UNEP-Landesreporting nennen keine solchen Werte. Mit der Faustregel sind sie außerdem nicht reproduzierbar: aus Mittelland 8 folgen für Davos rund 9 und für das Jungfraujoch rund 11, nicht 10-11 und 13. Das ist allerdings nur ein schwaches Gegenargument - setzt man statt des Mittelwerts den oberen Rand der tatsächlichen Bandbreite an, wären die Zahlen erreichbar. Der eigentliche Einwand bleibt, dass keine Primärquelle existiert.
Was stattdessen geht: MeteoSchweiz gibt den UV-Index für die Schweiz auf einer Skala an, die bei 11 endet, und nennt die Zunahme von 10 bis 12 Prozent je 1000 Höhenmeter selbst. Für Höhenlagen lässt sich diese Regel auf den Talwert anwenden - aber nur mit der Bandbreite (siehe Österreich) und ausdrücklich als Ableitung. Die kursierenden Stationszahlen für Davos und das Jungfraujoch ersetzt das nicht. - Italien (Süden und Inseln) Nachtrag zur Haupttabelle
- Für Norditalien liegt mit Aosta 9 und Rom 10 ein Wert aus der Hauptreihe vor. Für Sizilien, Sardinien und den tiefen Süden - die reisetypischeren Ziele - wurde keine behördliche Klimatologie gefunden. Die im ersten Entwurf geführte Angabe "an Bergstandorten über 11" stammte von einem privaten Astronomieverein und war zudem eine allgemeine Nebenbemerkung, kein Messwert dieser Station.
Was stattdessen geht: Iraklion auf Kreta (35 Grad N) aus dem Jahresgang-Block ist der nächstgelegene belegte Südwert und liegt im Juli bei 10. - Slowenien
- In Tabelle A4 nachweislich nicht enthalten; auch die BfS-Tabelle führt Slowenien nicht. Die kursierenden Zahlen "9 im Tiefland, 10-10,5 im Gebirge" sind eine ARSO-VORHERSAGE für einen einzelnen Hitzetag (29.06.2021), überliefert nur über eine Facebook-Meldung und ein Medienportal - keine Messung und keine Klimatologie. Auch eine ARSO-Klimatologie mit Sommerhöchstwerten wurde nicht gefunden - es fehlt also nicht nur die Primärquelle zu diesem einen Tag, sondern eine amtliche slowenische UV-Statistik überhaupt.
Was stattdessen geht: Keine Zahl. TEMIS/KNMI führt eine Station Ljubljana mit täglicher Zeitreihe seit 2002 - daraus liesse sich in einer Sitzung mit Dateizugriff ein Wert rechnen. - Kroatien
- Der staatliche Wetterdienst DHMZ betreibt rund 20 UV-Messstationen einschließlich der Adriaküste, veröffentlicht aber nur Tagesaktuellwerte und keine Klimastatistik. Der einzige abgerufene Wert (20.08.2026, bewölkt, 5,0-5,6) ist für ein sommerliches Klarhimmel-Maximum nicht repräsentativ.
Was stattdessen geht: Keine Zahl. TEMIS führt eine Station Zagreb. - Tunesien
- Das Institut National de la Meteorologie publiziert keine auffindbare UV-Kennzahl. In Tabelle A4 läge ein etwaiger Eintrag Tunis_TN im hinteren, nicht lesbaren Teil - ob er existiert, ist offen.
Was stattdessen geht: Keine Zahl. TEMIS führt zwei tunesische Stationen (Tunis und Mannouba) mit täglicher Zeitreihe seit 2002. - Namibia, Botswana
- Keine nationale Behördenzahl auffindbar; in Tabelle A4 ist Gaborone nachweislich nicht enthalten, ein etwaiger Eintrag Windhoek_NA läge im nicht lesbaren Teil. TEMIS hat in ganz Afrika nur Stationen in Ägypten, Tunesien, Nigeria und Durban.
Was stattdessen geht: Die regionale Sub-Sahara-Aussage (siehe Einzelbefunde), ausdrücklich als Regionalwert gekennzeichnet.
Einzelbefunde: was sonst noch belegt ist
Diese Werte stehen absichtlich neben der Tabelle und nicht darin – sie haben jeweils einen anderen Bezug (Spitzenwert ohne Bedingungen, Einzeltag, Dosis in SED, Regionalaussage) und wären in einer gemeinsamen Spalte irreführend.
Deutschland
Im Sommer werden Werte von 8 bis 9 erreicht, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirgsregionen bis 11.
„In Deutschland werden im Sommer Werte von 8 bis 9, in den Hochlagen der süddeutschen Gebirgsregionen sogar bis 11 erreicht."
Bezug: BfS, stehende allgemeine Sommeraussage. Spitzenwert ("werden erreicht"); die Bezugsbedingungen (Tagesmaximum, Bewölkung) nennt das BfS nicht.
https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/einführung/einführung_node.html · behördlich · Konfidenz hoch
Deutschland
Ausnahmelage 24./25.06.2026: Norddeutschland bis 8, Mitteldeutschland bis 9, Süddeutschland 9 (lokal 10), deutsches Hochgebirge bis 11.
Bezug: Einzelereignis - Sonnenstand nahe Sommersonnenwende bei ungewöhnlich niedriger Ozonsäule. Ausdrücklich KEIN Klimawert.
https://www.bfs.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/BfS/DE/2026/0624-uv-belastung.html · behördlich · Konfidenz hoch
Griechenland
Thessaloniki: an einem nahezu wolkenfreien Tag (22.06.2016) wurde ein UV-Index von 10,1 gemessen. - Ein zweiter, viel zitierter Wert für denselben Ort ("klimatologischer Klarhimmel-Mittagswert im Juni und Juli rund 7,5 bis 8,5") wird hier bewusst NICHT als Landeswert geführt: seine Fundstelle liess sich nicht klären.
„The clear sky climatological UV Index ranges from about 7.5 to about 8.5 during June and July"
Bezug: Der Wert 10,1 ist ein gemessener Einzeltag. Der Wert 7,5-8,5 ist - falls das zugrunde liegende Dokument korrekt gelesen wurde - ein MITTELWERT über zwei Jahrzehnte, kein Maximum. Genau dieser Unterschied hat im ersten Entwurf dieser Seite die Länderrangfolge umgedreht: der griechische Mittelwert stand in derselben Spalte wie der deutsche Spitzenwert 8-9, und heraus kam die physikalisch falsche Aussage, Deutschland sei UV-stärker als Nordgriechenland. Der Fall steht hier, weil er besser als jede Erklärung zeigt, warum diese Seite ihre Länderzahlen auf eine einzige Kenngröße beschränkt.
Einzeltagswert 10,1: ACP-Arbeit zur TEMIS-Validierung mit bodengestützten NILU-UV-Messungen. - Zum Wert 7,5-8,5: das gelesene Dokument trägt den Titel "Long-term trends and climatology of spectral surface UV irradiance at Thessaloniki, Greece" (Fountoulakis et al.) und ist über academia.edu und ResearchGate auffindbar; ein Publikationsort, ein Jahr und ein DOI liessen sich NICHT ermitteln. Die begutachtete ACP-Arbeit derselben Gruppe trägt einen anderen Titel ("Short- and long-term variability of spectral solar UV irradiance at Thessaloniki, Greece", ACP 16, 2493-2505, 2016, https://doi.org/10.5194/acp-16-2493-2016), behandelt 1994-2014 und enthält den Satz nach Gegenprüfung nicht. Deshalb ist der Wert hier nicht zitierfähig. · peer-reviewed · Konfidenz mittel für den gemessenen Einzeltagswert; der Klimatologiewert wird mangels klärbarer Fundstelle gar nicht als Zahl geführt
Türkei
Ankara (rund 850 m): maximaler UV-Index im Sommer rund 10.
„The maximum UV index of Ankara in summer season about 10 (very high)."
Bezug: Brewer-Tagesmessungen 2007-2010, Station 348. "(very high)" ist die zugehörige WHO-Kategorie (8-10), keine Unschärfe der Zahl. Gesamtozonsäule 2006-2011 im Mittel 324 DU. Für die Mittelmeer- und Ägäisküste (Antalya) liegt kein amtlicher Wert vor.
https://ozone.unep.org/Meeting_Documents/research-mgrs/8orm/Acar_Turkey_v2.pdf · behördlich · Konfidenz mittel
Südafrika
Kapstadt: die erythemwirksame TAGESdosis erreicht im Südsommer im Maximum der Monatsklimatologie rund 63 SED, Einzeltage bis rund 80 SED; im Südwinter fällt sie auf rund 10 SED. In den Sommerhalbmonaten (Dezember bis Februar) lag das Halbmonatsmaximum des UV-Index 2009-2018 in 60 bis 80 Prozent der Fälle in der höchsten WHO-Kategorie "Extreme" (UVI größer gleich 11).
„South Africa remains one of the world's very high UV prone countries, especially in the summer months, spring and early autumn months. (South African Weather Service, nationaler Bericht an das UNEP-Ozonsekretariat, 11th Ozone Research Managers Report, 2023 - die einzige gefundene behördliche Landesaussage für Südafrika)"
Bezug: 10-Jahres-Klimatologie 2009-2018. 1 SED = 100 J/m2 erythemwirksam gewichtet. KORREKTUR gegenüber dem ersten Entwurf: dort stand "maximale MONATSdosis 63 SED" - die Studie sagt wörtlich "maximum seasonal dose", und die Abbildung trägt den Titel "Monthly climatology of total DAILY erythemal dose". Es ist eine Tagesdosis. Eine echte Monatsdosis läge bei rund 1500 SED; der Fehler betrug also rund den Faktor 30.
Gegenprobe: Thessaloniki kam an einem klaren Junitag auf 5,77 kJ/m2, also 57,7 SED. Kapstadt 63 SED liegt in derselben Größenordnung - das stützt die Größenordnung der Zahl.
MDPI Atmosphere 10(10):589 (2019), "Solar UV Radiation in Saint-Denis, La Reunion and Cape Town, South Africa: 10 years Climatology"; South African Weather Service, 11th Ozone Research Managers Report · peer-reviewed / behördlich · Konfidenz mittel
Namibia, Botswana
Keine landesspezifische Zahl. Peer-reviewte Regionalaussage für das südliche Afrika insgesamt: der UV-Index liegt dort "often higher than 10 (extreme) and rarely drops below 7".
Bezug: Aussage über die gesamte Sub-Sahara-Region, NICHT über ein einzelnes Land. Die Übertragung auf Namibia oder Botswana ist eine ABLEITUNG, kein Messwert.
South African Journal of Science, "The impact of solar ultraviolet radiation on human health in sub-Saharan Africa", https://scielo.org.za/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0038-23532012000600014 · peer-reviewed · Konfidenz niedrig
Höhe und Untergrund
Je 1000 Höhenmeter steigt die UV-Bestrahlungsstärke um rund 10 bis 12 Prozent.
„With every 1000 metres increase in altitude, UV radiation levels increase by 10% to 12%."
Die Faustregel ist ein Mittelwert, keine Konstante. Peer-reviewte Alpenmessungen ergeben je nach Strahlungsanteil und Wellenlängenbereich sehr verschiedene Werte: global erythemwirksam rund 10,7 Prozent je 1000 m, diffuser Anteil rund 8,5 Prozent, direkter Anteil rund 17,4 Prozent, im UV-B-Bereich 18 bis 23 Prozent (modelliert bis 36 Prozent). Die Autoren dieser Arbeiten schreiben ausdrücklich, dass sich keine allgemein gültige Zahl angeben lässt.
Derselbe Leitfaden nennt im Faktenkasten auf derselben Seite "UV increases by 4% for each 300 metre increase in altitude" - rechnerisch 13,3 Prozent je 1000 m. Beide Stellen wurden an zwei unabhängigen Kopien des Dokuments verifiziert. Der Unterschied 12 gegen 13,3 Prozent ist gegenüber der tatsächlichen Streuung belanglos und wird hier bewusst NICHT als Widerspruch geführt.
Reflexion vom Untergrund addiert sich zur direkten und zur diffusen Strahlung. Die WHO-Werte beschreiben diese Erhöhung für Menschen; dass davon auch die aufgestellten Flanken und die Unterseite eines Regendachs betroffen sind, ist eine naheliegende ABLEITUNG und in keiner Quelle gemessen.
| Oberfläche | Reflexion | Quelle |
|---|---|---|
| Frischer, sauberer Schnee | bis 80 Prozent | WHO/WMO/UNEP/ICNIRP |
| Neuschnee, homogen schneebedecktes Gelände (DWD-Formulierung) | über 90 Prozent möglich | DWD |
| Trockener Strandsand | rund 15 Prozent | WHO/WMO/UNEP/ICNIRP |
| Meeresschaum | rund 25 Prozent | WHO/WMO/UNEP/ICNIRP |
Die WHO nennt für frischen Schnee "bis 80 Prozent", der DWD für Neuschnee "über 90 Prozent" - das ist kein Widerspruch: der DWD-Wert gilt für homogen schneebedecktes Gelände, der WHO-Wert ist eine gerundete Praxisangabe. Und die im ersten Entwurf zusätzlich geführte Zeile "Sand allgemein bis 25 Prozent" wurde gestrichen: sie war eine ungenaue Doppelung des Meeresschaum-Werts und stand ohne Not neben "trockener Strandsand 15 Prozent".
WHO/WMO/UNEP/ICNIRP, "Global Solar UV Index: A Practical Guide" (2002), https://www.icnirp.org/cms/upload/publications/ICNIRPWHOSolarUVI.pdf · behördlich (WHO/WMO/UNEP-Gemeinschaftspublikation, Norm-Referenz für den UV-Index)
Die oft als Primärquelle zitierte Arbeit Blumthaler/Ambach/Ellinger (1997) konnte im Volltext nicht eingesehen werden (ScienceDirect per robots.txt gesperrt). Ihr genauer Zahlenwert ist hier NICHT eigenständig verifiziert.
Warum der UV-Index die falsche Größe für Material ist
Der UV-Index misst die falsche Größe für diese Frage. Er gewichtet die Strahlung mit dem Erythem-Wirkungsspektrum nach ISO 17166 / CIE S 007 - also danach, wie stark sie menschliche Haut verbrennt. Kunststoffe altern nach einem anderen Muster.
Zum Bild: Rot ist die Erythem-Wirkungsfunktion – wie stark eine Wellenlänge Sonnenbrand erzeugt. Grün hinterlegt ist der Bereich, in dem eine Studie zur Photoauflösung von Kunststofffolien den stärksten Abbau fand. Das grüne Band hat keine eigene Werteachse, und das ist kein Versehen: Eine Abbaukurve für Zeltgewebe gibt es nicht, weil sie nie gemessen wurde. Genau darum geht es – die rote Kurve gewichtet Haut, nicht Material.
Das Erythem-Referenzwirkungsspektrum ist stückweise definiert: relative Wirksamkeit 1,0 für 250 bis 298 nm; 10 hoch (0,094 x (298 - Lambda)) für 298 bis 328 nm; 10 hoch (0,015 x (140 - Lambda)) für 328 bis 400 nm. Daraus nachgerechnet: 298 nm: 1 · 300 nm: 0.649 · 315 nm: 0.0252 · 340 nm: 0.001 · 360 nm: 0.000501.
Zwischen 300 nm und 360 nm fällt die Erythemwirksamkeit um rund den Faktor 1300. Zwischen 310 nm und 350 nm sind es dagegen nur rund 105. Die Zahl hängt also stark vom gewählten Wellenlängenpaar ab und darf nie freistehend als "Faktor 1000" genannt werden.
ISO 17166:1999 / CIE S 007/E-1998 (Definition), nachgerechnet und gegen NOAA geprüft · norm
Im ersten Entwurf stand der Faktor 1000 mit Verweis auf uvaindex.org - eine anonyme Seite, die sich im Footer selbst als "Unofficial" bezeichnet und für die Zahl keine Quelle nennt. Entfernt.
Was Kunststoff tatsächlich abbaut
Sonnenlicht zwischen 300 und 350 nm ist für den photochemischen Kunststoffabbau am wirksamsten.
„solar UV light between 300-350 nm is responsible for most of the plastic photodissolution for all plastic compositions"
Einschränkung: Gemessen wurde die Freisetzung gelösten organischen Kohlenstoffs von Kunststofffolien IN WASSER, nicht der Festigkeitsverlust von Gewebe. Das Wellenlängenfenster 300-350 nm ist übertragbar, die Abbaurate nicht.
Wentzel et al. (2024), "Wavelength Sensitive Plastic Photodissolution: Elucidating Quantum Yield Trends for Solar Activation Spectra", Environmental Science & Technology 58(52):23138-23147, doi:10.1021/acs.est.4c05660 · DOI
In welcher Einheit Material denkt
Wer die Belastung eines Materials beziffern will, rechnet nicht in UV-Index, sondern in kumulierter Bestrahlung: Megajoule pro Quadratmeter (MJ/m2). Der UV-Index ist ein Momentanwert mit Hautgewichtung; MJ/m2 ist eine Summe über die Zeit ohne biologische Gewichtung.
Eine Studie zur natürlichen Bewitterung UV-stabilisierter Kunststoffe nennt für vier Jahre Freibewitterung eine UV-Gesamtbestrahlung von 1020 MJ/m2. Für den photochemischen Abbau von Polymeren ist der Bereich rund 290 bis 400 nm massgeblich, mit besonderer Bedeutung des UV-B-Anteils (280 bis 315 nm). Das Wirkungsspektrum ist dabei von Material zu Material verschieden und stimmt mit dem Erythemspektrum nicht überein.
Für keines der vierzehn Reiseländer existiert eine in MJ/m2 ausgewiesene, materialrelevante Jahresdosis. Genau deshalb kann diese Seite keine Lebensdauer je Land angeben - ihr fehlt nicht die Rechenformel, ihr fehlt die Eingangsgröße.
Zhu, Andrady et al., "Effects of UV radiation on natural and synthetic materials", Photochemical & Photobiological Sciences 22 (2023), S. 1177-1202 (UNEP Environmental Effects Assessment Panel, Update 2023), https://link.springer.com/article/10.1007/s43630-023-00377-6 · peer-reviewed / behördlich (UNEP-Panel)
Was daraus folgt (Ableitung, kein Messwert): Der für Materialschäden wichtige UV-A-Bereich wird vom UV-Index stark untergewichtet. Ein Reiseziel mit mäßigem Tageshöchst-UV-Index kann deshalb bei langer Sonnenscheindauer trotzdem eine hohe kumulative Belastung für das Zeltdach liefern. – ABLEITUNG - in keiner der gelesenen Quellen so als direkter Vergleich formuliert.
Die Materialien
Bevor die Tabelle kommt: woran hier tatsächlich gemessen wurde
KEINE der ausgewerteten Studien hat an einem Dachzelt oder an Dachzeltdachgewebe gemessen. Genau eine von zwölf Materialzeilen trägt eine quantifizierte, solar-repräsentative UV-Messung an einem Material, das in Dachzelten tatsächlich verbaut ist - und das ist Gurtband, nicht das Dach.
- 6 der 12 Zeilen haben überhaupt keine eigene UV-Messung: Poly-Cotton, Aluminium, Reißverschlüsse und TPU haben gar keine Quelle; GFK und PU hatten im ersten Entwurf Zahlen aus Versuchen ganz ohne UV - die stehen jetzt im Feuchte-Abschnitt.
- Poly-Cotton ist dabei der ärgerlichste Fall: es ist das klassische Softshell-Dachmaterial und hat keine einzige quantifizierte Bewitterungsstudie.
- Gemessen wurde sonst an PV-Rückseitenfolie, Silikonkautschuk, PVC-Dünnfilm, spritzgegossenen ABS-Stäben und Förderbandgewebe.
Die Mechanismen sind gut belegt und übertragbar - ein Ester bricht unter UV so oder so. Die ZAHLEN sind es nicht. Wer aus einer Prozentangabe dieser Seite eine Vorhersage für sein eigenes Zelt macht, überdehnt die Datenlage.
Wie in der Rohrecherche wird strikt getrennt: MESSWERT ist eine Zahl aus Studie oder Norm; ABLEITUNG ist eine eigene Einordnung, Analogie oder Faustregel. Eine Ableitung, die als Messwert auftritt, gilt in diesem Projekt als Fehler.
Warum hier keine Rangliste steht
Der erste Entwurf trug in jeder Materialzeile ein Feld "rangfolge_platz". Es ist ersatzlos gestrichen - und zwar nicht, weil es formal defekt war (zwei Materialien auf Platz 1, zwei auf Platz 6, eines auf 0, Skalenrichtung nirgends definiert, Ränge auch für Zeilen ganz ohne Datenbasis), sondern aus einem sachlichen Grund: Die zugrundeliegenden Messwerte stammen aus neun verschiedenen Versuchsaufbauten mit sechs nicht ineinander umrechenbaren Kenngrößen - Zugfestigkeit in Prozent, Massenverlust in Prozent, D4-Gehalt in mg/g, Schlagzähigkeit, Shore-Punkte, Schermodul in MPa - bei Expositionen von 4 h bis 4684 h, teils unter Lampen, deren Wellenlänge die Erdoberfläche nie erreicht. Zwei der Materialien wurden nie bestrahlt.
ASTM G151 stellt fest, dass eine Rangkorrelation zwischen Labor und Freiland nur dann gilt, wenn sie für die konkreten Materialien belegt ist und die Schadensart dieselbe ist. ISO 4892-1 sagt dasselbe für die Übertragbarkeit von Bestrahlungsdauern. Bei keinem Paar der hier geführten Materialien ist das der Fall - sie wurden nie im selben Versuch nebeneinander geprüft.
Jede Materialzeile nennt ihre eigene gemessene Kenngröße, ihren eigenen Versuch und ihre eigene Dosis. Der Leser sieht, was gemessen wurde - und wo nichts gemessen wurde, steht das da.
Silikonbeschichtung (SilPoly)
Wo es verbaut ist: leichte, hochwertige Zeltdächer, außenseitig silikonisiert
Was UV damit macht: Si-O-Bindung ist energetisch sehr stabil. Unter UV-A überwiegt Nachvernetzung, nicht Kettenspaltung; erst UV-B spaltet messbar.
Gemessen: Der D4-Gehalt des unbestrahlten Silikonkautschuks lag bei 4,5e-3 mg/g. Unter UV-A sank er bis 1110 h durch Nachvernetzung auf rund 2e-3 mg/g und blieb dort - keine Kettenspaltung. Unter UV-B stieg er ab rund 300 h wieder an (Messreihe bis 993 h), was auf Si-O-Spaltung hinweist. Bestrahlungsstärke 55 mW/cm2, 50 Grad C.
Woran gemessen wurde: Silikonkautschuk (Elastomer) - NICHT silikonbeschichtetes Polyestergewebe. Die Übertragung auf SilPoly ist eine Ableitung.
MDPI Polymers 13(13):2215 (2021), "New Aspects of Degradation in Silicone Rubber under UVA and UVB Irradiation" · polym13132215 · peer-reviewed · Konfidenz hoch (Mechanismus), mittel (Übertragung auf Gewebe)
Polyester (PET) Ripstop, 280-600 den, meist PU-beschichtet
Wo es verbaut ist: häufigstes Zeltdach-Obermaterial bei Softshell- und Hybrid-Dachzelten
Was UV damit macht: Photooxidation über Norrish-I- und Norrish-II-Reaktionen an den Esterbindungen. Die Kettenspaltung erzeugt Carboxyl- und Carbonyl-Endgruppen, die als neue Chromophore die Reaktion beschleunigen (Photovergilbung).
Gemessen: Bei Bewitterung nach EN ISO 4892-3 (UV-A-340, 0,76 W/(m2*nm) bei 340 nm) sinkt die Zugfestigkeit von unbeschichtetem PET-Gewebe über bis zu 4684 h deutlich und kontinuierlich; die Dekrimpungsstufe in der Spannungs-Dehnungs-Kurve verschwindet ab rund 480 h - ab dann brechen Filamente, bevor sich das Garn überhaupt streckt. Höhere Temperatur beschleunigt zusätzlich. Unterhalb der Glasübergangstemperatur (67-80 Grad C) fand dieselbe Studie KEINEN signifikanten Unterschied zwischen Zyklen mit und ohne Kondensationsfeuchte: im üblichen Nutzungsbereich ist Photooxidation der dominante Pfad, nicht Hydrolyse. Exakte Prozentwerte zu einzelnen Stundenzahlen liegen nur als Grafik vor und werden hier bewusst nicht beziffert.
Die zweite zitierte Arbeit (Gok et al., an PET-FOLIE) kommt für eine andere Zielgröße zu einem anderen Bild: dort erzeugte ein Zyklus aus UV, Wärme und Kondensationsfeuchte bei gleicher Photodosis MEHR Vergilbung als reine UV-Bewitterung - die Autoren sprechen von synergistischen Effekten. Das widerspricht dem Gewebebefund nicht, sondern misst etwas anderes: Kmita-Fudalej haben die Zugfestigkeit unterhalb der Glasübergangstemperatur gemessen, Gok die Vergilbung einer Folie. Die Literatur ist hier nicht eindeutig, und diese Seite tut nicht so.
Woran gemessen wurde: Kmita-Fudalej et al. haben an PET-GEWEBE gemessen - die einzige Gewebemessung in diesem Block. Die zweite Quelle (Gok et al.) untersuchte drei PET-FOLIEN als Photovoltaik-Rückseitenfolien, kein Gewebe und kein Ripstop.
Korrigiert: Im ersten Entwurf war die PLOS-ONE-Arbeit "Ghosh et al." zugeschrieben. Der Erstautor heißt Gok.
Kmita-Fudalej et al. (2021), Materials 14(3):618, doi:10.3390/ma14030618; Gok A., Fagerholm C.L., French R.H., Bruckman L.S. (2019), PLOS ONE 14(2):e0212258 · ma14030618 journal.pone.0212258 · peer-reviewed · Konfidenz hoch (Mechanismus), mittel (keine %-Zahlen)
Polyamid / Nylon (PA6, PA66) - Gurte, Nähgarn, seltener Zeltdach
Wo es verbaut ist: Gurtbänder, Spanngurte, Nähgarn; als Zeltdachgewebe seltener als PET
Was UV damit macht: Photooxidation an der Amidbindung; zusätzlich Vergilbung.
Gemessen: Hochfestes Nylon-6,6-Gurtband verlor nach 15 Tagen Dauerbelichtung rund 20 Prozent Bruchkraft in dunklen Ausführungen (navy, schwarz, tan) und 6 Prozent in weiß. Versuch: Xenonbogen nach modifizierter ASTM D2565, 0,83 W/(m2*nm) bei 340 nm, 43 Grad C, 30 Prozent rF - laut Publikation entspricht das rund 107 Tagen Freibewitterung in Arizona.
Woran gemessen wurde: Nylon-6,6-Gurtband in Militärqualität. Das ist das EINZIGE Material im ganzen Datensatz, das so tatsächlich in Dachzelten verbaut wird - allerdings als Gurt, nicht als Dach.
Korrigiert: Im ersten Entwurf war diese Quelle als unbegutachteter Research-Square-Preprint geführt. Sie ist seit 10.10.2025 begutachtet publiziert - die Konfidenz wurde deshalb ANGEHOBEN. Gestrichen wurde dagegen eine zweite Zahl aus demselben Block ("38 Prozent Schermodulverlust nach 4 h"): sie stammt aus einem Versuch mit UV-C-Keimlampen bei 253,7 nm - einer Wellenlänge, die die Erdoberfläche gar nicht erreicht -, misst nicht die Festigkeit, und der Wert erholt sich danach wieder (nach 15 h nur noch minus 8,3 Prozent).
Rajendran N., DenHartog E. (2025), "Accelerated UV degradation behavior of high tensile nylon 6,6 webbings", Journal of Polymer Research 32:374, doi:10.1007/s10965-025-04591-x · s10965-025-04591-x · peer-reviewed · Konfidenz hoch
Baumwoll-Canvas (100 Prozent Baumwolle)
Wo es verbaut ist: seltener, schwereres Zeltdachmaterial, meist bei traditionellen Expeditionszelten
Was UV damit macht: Photolytischer und photooxidativer Abbau der Cellulose: der Polymerisationsgrad sinkt, der Carboxylgehalt steigt, die Reißfestigkeit nimmt ab.
Gemessen: Reißfestigkeitsverlust qualitativ nachgewiesen; ein quantifizierter Prozentwert war aus dem zugänglichen Quellentext nicht extrahierbar (Volltext kostenpflichtig).
Woran gemessen wurde: Baumwollcellulose, nicht Zeltgewebe.
"Effect of ultraviolet light and heat on the properties of cotton cellulose", Cellulose/Springer, doi:10.1007/BF00813508 · BF00813508 · peer-reviewed · Konfidenz mittel (Mechanismus belegt, Zahl fehlt)
Polyester-Baumwolle-Mischgewebe (Poly-Cotton, 65/35 oder 60/40) nicht belegt
Wo es verbaut ist: klassisches Softshell-Zeltdach, meist Wachs- oder Acrylimprägnierung
Was UV damit macht: beide Einzelmechanismen wirken nebeneinander
Gemessen: NICHT BELEGT. Es wurde keine peer-reviewte oder normbasierte Quelle mit quantifizierten Werten für Poly-Cotton unter UV-Bewitterung gefunden.
Diese Zeile steht hier ausdrücklich OHNE Zahl und OHNE Einordnung. Eine Ableitung aus den Einzelfasern wäre möglich, aber sie wäre geraten.
ABS (Hartschalen-Kunststoff)
Wo es verbaut ist: Hartschale-Dachzelte, Deckel und Wanne, meist lackiert oder gegelcoatet
Was UV damit macht: Die Butadienphase ist der Schwachpunkt - ihre Doppelbindungen oxidieren, die Schlagzähigkeit bricht ein, die Oberfläche vergilbt und wird kreidig.
Gemessen: Nach 360 h UV-A bei 50 Grad C: starker Rückgang von gekerbter und ungekerbter Schlagzähigkeit sowie Bruchdehnung, Vergilbungsindex stark erhöht, Zugmodul nur leicht erhöht (Versprödung). Der Abbau bleibt auf die obersten unter 100 Mikrometer beschränkt ("substantial degradation is observed only at the surface"). Die Prozentwerte der Studie selbst ("up to 250 Prozent", "900 Prozent", "über 1000 Prozent" Rückgang) sind sprachlich unmöglich - ein Rückgang kann 100 Prozent nicht überschreiten - und werden hier bewusst NICHT übernommen.
Woran gemessen wurde: Spritzgegossene ABS-Stäbe. WICHTIG: die verwendete Lampe UVA-351 simuliert Sonnenlicht HINTER FENSTERGLAS, nicht direkte Außenbewitterung; dafür wäre UVA-340 einschlägig. Die Werte sind damit eher eine Untergrenze.
MDPI Materials 13(1):212 (2020), doi:10.3390/ma13010212 · ma13010212 · peer-reviewed · Konfidenz hoch (Richtung), keine (exakte Prozentwerte)
PVC-Beschichtung
Wo es verbaut ist: seltener bei Zeltdächern, häufiger bei Bodenwannen und Gepäck-Cover
Was UV damit macht: Dehydrochlorierung unter UV, dabei entstehen Polyensequenzen (Verfärbung) und Salzsäure, die den Abbau weiter beschleunigt.
Gemessen: Für PVC-Dünnfilme mit bis zu 2 Prozent TiO2 berichtet ein Review nach 300 h Photolyse einen Massenverlust von maximal 27 Prozent an Luft; das UNpigmentierte PVC verlor deutlich weniger. TiO2 wirkte hier also photokatalytisch schädigend, nicht schützend.
Woran gemessen wurde: PVC-Dünnfilm, nicht beschichtetes Gewebe. Sekundärzitat aus einem Review; Primärdaten Cho und Choi.
Korrigiert: Der erste Entwurf führte "reines PVC rund 50 Prozent gegen TiO2-pigmentiert rund 27 Prozent" - also genau umgekehrt. Die Quelle sagt wörtlich: "Weight loss rates were much higher for the pigmented than the unpigmented system ... The maximal figure was 27% for PVC-TiO2 under air". Ein Wert von 50 Prozent für reines PVC kommt dort nirgends vor. Das war die einzige schlicht falsche Zahl im gesamten Materialdatensatz - und sie widersprach dem TiO2-Absatz im selben Datensatz.
Kemp T.J. & McIntyre R.A. (2001), "Mechanism of Action of Titanium Dioxide Pigment in the Photodegradation of Poly(vinyl chloride) and Other Polymers", Progress in Reaction Kinetics and Mechanism 26, S. 337-374 · 007967401103165316 · peer-reviewed · Konfidenz mittel
GFK / Glasfaser-Polyester mit Gelcoat (Hartschale) nicht belegt
Wo es verbaut ist: Hartschale-Dachzelte, laminierte Schalen
Was UV damit macht: UV degradiert primär die Polyesterharz-Matrix an der Oberfläche, nicht die Glasfasern selbst; sichtbar als Kreidung, Glanzverlust und freiliegende Fasern (fiber blooming).
MECHANISMUS aus der Rohrecherche. Die im ersten Redaktionsentwurf ergänzte Schutzbehauptung ("der Gelcoat ist die Opferschicht und schützt darunter das Laminat") stand in keiner Quelle und ist entfernt.
Gemessen: KEIN UV-MESSWERT GEFUNDEN.
Korrigiert: Der erste Entwurf führte hier 24,03 Prozent Zugfestigkeits- und 47,03 Prozent E-Modul-Verlust. Diese Zahlen stammen aus einer Studie ganz OHNE UV - geprüft wurden nur Wasserimmersion, Salzwasser, Salznebel und Hygrothermalzyklen -, und sie gehören außerdem zu zwei verschiedenen Konditionierungen, wurden aber als ein Wertepaar dargestellt. Verschoben in den Abschnitt "Feuchte statt UV".
PU-Beschichtung (Innenseite Zeltdach, wasserdicht) nicht belegt
Wo es verbaut ist: Standardbeschichtung auf PET-Ripstop, Polyester- oder Polyether-Polyol-basiert
Was UV damit macht: Das Hauptproblem der PU-Beschichtung ist nicht UV, sondern HYDROLYSE: die Esterbindung im Polyester-Polyol spaltet sich mit Wasser. Deshalb wird eine alte PU-Beschichtung klebrig, statt zu verbleichen.
Gemessen: KEIN UV-MESSWERT GEFUNDEN.
Korrigiert: Die Zahlen des ersten Entwurfs stammen aus einer Immersionsprüfung in Leitungswasser bei 50 und 90 Grad C - ohne jedes UV. Verschoben in den Abschnitt "Feuchte statt UV".
Aluminium mit Lack- oder Pulverbeschichtung (Hartschale) nicht belegt
Wo es verbaut ist: Hartschale-Dachzelte mit Aluminiumdeckel
Was UV damit macht: Das Metall selbst altert unter UV nicht; angreifbar ist allein die organische Beschichtung.
Gemessen: NICHT BELEGT für dieses Produkt.
Reißverschlüsse (PA oder POM), Nähgarn, Gummizüge, Klett nicht belegt
Wo es verbaut ist: Verschlüsse, Nähte und Dichtungen an allen Dachzelttypen
Was UV damit macht: Für POM wurde KEINE peer-reviewte Quelle zu einem spezifisch UV-induzierten Abbaumechanismus gefunden - dokumentiert ist nur thermischer und thermooxidativer Abbau. Die verbreitete These einer UV-Depolymerisation bei Reißverschlüssen bleibt damit unbelegt.
Gemessen: NICHT BELEGT.
TPU (thermoplastisches Polyurethan) - Luftkammern aufblasbarer Dachzelte nicht belegt
Wo es verbaut ist: aufblasbare Dachzelte führen tragende Luftschläuche aus TPU-beschichtetem Gewebe; ein Hersteller nennt für die Luftröhren "Double Ripstop PES" mit TPU-Innenschlauch
Was UV damit macht: NICHT BELEGT für diese Bauform.
Gemessen: NICHT BELEGT. Es wurde keine Quelle zur UV-Alterung von TPU-Luftkammern gefunden.
Aufblasbare Dachzelte sind eine reale Marktkategorie mit einer anderen Alterungsdynamik als klassisches Gewebe - bei ihnen hängt die Funktion an der Dichtigkeit einer Kunststoffmembran, nicht an der Reißfestigkeit eines Dachs. Die Lücke wegzulassen wäre unehrlicher, als sie zu benennen.
Nicht UV, sondern Feuchte
Zwei der Materialien, die man intuitiv unter "UV-Schaden" einsortiert, altern in Wahrheit überwiegend durch Wasser. Die Zahlen dazu stehen hier und nicht oben, weil in den zugehörigen Versuchen kein einziges Photon UV vorkam.
PU-Beschichtung
Esterbasiertes PU behielt bei 50 Grad C nach zwei Monaten rund 60 Prozent seiner Ausgangseigenschaften und fiel danach rasch ab; bei 90 Grad C war es nach drei Wochen nicht mehr prüfbar (TDI/Polyester-Systeme brachen rund eine Woche früher zusammen als MDI/Polyester). Etherbasiertes PU blieb unter identischen 90-Grad-Bedingungen über die vollen vier Wochen prüfbar und verlor nur rund fünf Shore-Punkte Härte.
Prüfmedium: IMMERSION IN UNBEHANDELTEM LEITUNGSWASSER bei 50 bzw. 90 Grad C. Kein UV, keine Bewitterung, keine Feuchtekammer - Untertauchen.
Für die PU-Beschichtung ist Feuchte der dokumentierte Schadenspfad, nicht UV. Ein Vergleich, welcher der beiden Pfade schwerer wiegt, ist mit den vorliegenden Quellen NICHT möglich - die beiden wurden nie im selben Versuch nebeneinander gemessen.
Anderson Development, "Polyurethane Elastomer Hydrolytic Stability: A Comprehensive Review" (Herstellertechnikpapier) · hersteller
GFK (Polyester- gegen Vinylesterharz)
Nach 360 Tagen verlor Polyester-GFK in entionisiertem Wasser 24,03 Prozent Zugfestigkeit und 36,46 Prozent E-Modul; unter Hygrothermalzyklen 20,47 Prozent Zugfestigkeit und 47,03 Prozent E-Modul. Vinylester-GFK verlor unter der für ihn schlechtesten Bedingung (entionisiertes Wasser) 16,84 Prozent Zugfestigkeit und 22,95 Prozent E-Modul, unter Hygrothermalzyklen nur 0,39 und 4,68 Prozent.
Prüfmedium: Vier Konditionierungen ohne jede Lichtquelle: entionisiertes Wasser, Salzwasser, Salznebelzyklen, kombinierte Hygrothermalzyklen.
Korrigiert: Der erste Entwurf stellte 24,03 und 47,03 Prozent als ein Wertepaar dar. Sie gehören zu zwei verschiedenen Konditionierungen.
Frontiers in Materials 9:862872 (2022) · DOI · peer-reviewed
Nähte, Gurte, Reißverschlüsse
Die einzige quantifizierte, solar-repräsentative UV-Messung an einem Material, das in Dachzelten wirklich verbaut ist, betrifft weder Dach noch Schale, sondern Gurtband. Das ist ein Hinweis wert: bei einem Dachzelt versagt selten die Fläche zuerst.
Hochfestes Nylon-6,6-Gurtband verlor nach 15 Tagen Dauerbelichtung im Xenonbogen rund 20 Prozent Bruchkraft in dunklen Ausführungen und 6 Prozent in weiß; die Publikation setzt die 15 Tage mit rund 107 Tagen Freibewitterung in Arizona gleich.
Was daraus nicht folgt: Diese Gleichsetzung gilt für dieses eine Material an diesem einen Standort. Nach ISO 4892-1 und ASTM G151 darf daraus kein allgemeiner Beschleunigungsfaktor gemacht werden - und schon gar keine Jahreszahl für ein anderes Bauteil.
Für Nähgarn, Reißverschlüsse, Gummizüge und Klett wurde keine einzige quantifizierte UV-Messung gefunden.
Rajendran N., DenHartog E. (2025), Journal of Polymer Research 32:374, https://doi.org/10.1007/s10965-025-04591-x · peer-reviewed
Was Hersteller dagegen tun
UV-Absorber. Benzotriazole und Benzophenone absorbieren UV und wandeln die Energie strahlungslos in Wärme um, bevor sie eine Bindung spaltet - ein chemischer Sonnenschirm im Polymer.
HALS. HALS (Hindered Amine Light Stabilizers) wirken NICHT durch Absorption, sondern als Radikalfänger im laufenden Oxidationszyklus. Sie werden dabei nicht verbraucht, sondern regenerieren sich zyklisch - daher ihre hohe Wirksamkeit bei geringer Dosierung. Die synergistische Wirkung von HALS und UV-Absorbern ist in der Fachliteratur seit Kurumada et al. 1987 beschrieben; ein Zahlenwert konnte aus frei zugänglichen Quellen NICHT verifiziert werden.
Der erste Entwurf führte den blossen TITEL dieser Arbeit als "MESSWERT-Beleg". Ein Titel ist keine gelesene Quelle. Volltext und Abstract sind nicht frei zugänglich; die Aussage ist deshalb auf den Mechanismus zurückgestuft.
Titandioxid. Titandioxid wirkt zweischneidig. Es absorbiert und streut UV wirksam, erzeugt aber unter UV-Anregung Elektron-Loch-Paare, aus denen reaktive OH-Radikale entstehen können - ein photokatalytischer Angriff genau an der Pigmentgrenzfläche. Mit Siliciumdioxid oder Aluminiumoxid beschichtetes TiO2 (kommerzielle "superdurable"-Qualitäten) unterbindet das, indem es die Ladungswanderung zur Polymermatrix blockiert. Unbeschichtetes TiO2 kann trotz globaler Schutzwirkung lokal stärkeren Abbau erzeugen als das reine Polymer.
Farbe: der ungelöste Widerspruch
Befundlage: UNEINHEITLICH - und das bleibt hier so stehen.
Für HDPE-Kabelmäntel gilt fein dispergierter Russ (2 bis 4 Prozent) als der wirksamste bekannte UV-Stabilisator; ein Industrieverband nennt dafür eine Standzeit von bis zu 50 Jahren Sonnenexposition. Das ist eine Verbandsangabe ohne unabhängige Studie, und im aktuellen Handbuch desselben Verbands liess sich die 50-Jahre-Aussage nicht wiederfinden.
Für Nylon-6,6-Gurtband gilt das Gegenteil: dunkle Muster - einschließlich SCHWARZ - verloren nach 15 Tagen Xenonbewitterung rund 20 Prozent Bruchkraft, weiße nur 6 Prozent (peer-reviewed).
Der erste Entwurf hat diesen Widerspruch aufgelöst, indem er annahm, das dunkle Gurtband sei nicht russgefärbt gewesen und habe sich stärker aufgeheizt. Beides steht nicht in der Quelle: der Pigmenttyp wird dort nirgends genannt, Probentemperaturen wurden nicht gemessen, und die Autoren schreiben ausdrücklich, der Mechanismus beduerfe weiterer Untersuchung. Die Auflösung war erfunden und ist entfernt. Der Widerspruch bleibt offen.
Prüfnormen – und warum sie keine Jahreszahl liefern
| Norm | Was sie prüft | Grenze |
|---|---|---|
| ISO 4892-2 / ASTM G155 (Xenonbogen) Konfidenz hoch | Vollspektrum-Simulation mit Xenonbogenlampe - UV, sichtbares Licht und Infrarot, mit Wassersprüh- und Feuchteregelung. Realistischer für Farbveränderung und Temperatureffekte. | Die Norm definiert die Prüfmethode, nicht eine Bestehensgrenze. Grenzwerte werden je Anwendung separat vereinbart. |
| ISO 4892-3 / ASTM G154 (Fluoreszenz-UV) Konfidenz hoch | Nur der UV-Anteil des Sonnenlichts, kombiniert mit Kondensationsfeuchtezyklen. Günstiger und schneller, aber ohne sichtbares Licht und Infrarot. Methode 1 arbeitet mit UV-A-340 bei 0,76 W/(m2*nm) bei 340 nm. UVA-340 bildet das kurzwellige Ende des Sonnenspektrums im Freien nach; UVA-351 simuliert Sonnenlicht hinter Fensterglas. Wer eine Prüferklärung liest, sollte zuerst nachsehen, welche Lampe verwendet wurde. | Keine feste Bestehensgrenze in der Norm; vergleichende Screening-Methode. |
| ISO 105-B02 / B04 (Farbechtheit gegen Licht) Konfidenz mittel | Farbechtheit von Textilien, bewertet durch Vergleich mit der Blauwollskala. B02 ist der Standardtest, B04 die Bewitterungsvariante mit täglichem Feuchtezyklus. | Bewertung in Graden 1 bis 8: Grad 1 verblasst sehr schnell, Grad 8 ist sehr lichtecht. Das misst FARBE, nicht Festigkeit - ein lichtechter Stoff kann trotzdem spröde werden. |
| AATCC 16 (US-Pendant) Konfidenz niedrig | Farbechtheit gegen Xenon- oder Kohlebogenlicht, Ergebnis in AFU (AATCC Fading Units). | Bewertung über die US-Blauwollreferenzen L2 bis L9. WICHTIG: die europäische Skala 1-8 und die US-Skala L2-L9 sind NICHT austauschbar; Ergebnisse aus beiden Systemen lassen sich nicht direkt vergleichen. |
Der erste Entwurf führte in diesem Block technische Zahlen ganz ohne Quellenangabe, und die einzige genannte Quelle war ein Prüfgeräteanbieter. Die dort genannten Bestrahlungsstärken (60 W/m2, 50 W/m2) sind hier gestrichen, weil sie nicht am Normtext geprüft werden konnten. Belegt und geprüft ist der Wert 0,76 W/(m2*nm) für ISO 4892-3 Methode 1.
„Wie viele Jahre hält es?"
Die häufigste Frage - "wie viele Jahre hält mein Zelt in der Sonne?" - hat keine Antwort, die aus Laborstunden hochgerechnet werden könnte. Das ist keine Ausrede, sondern steht so in den Prüfnormen selbst.
„A specific exposure duration or radiant exposure in an artificial accelerated weathering or artificial accelerated irradiation exposure cannot generally be correlated to a defined duration under end use conditions. ... It is therefore incorrect to assign a general acceleration factor valid for all materials." – ISO 4892-1:2024
„calculation of an acceleration factor relating x h or megajoules of radiant exposure in a laboratory accelerated test to y months or years of exterior exposure is not recommended" – ASTM G151-26
Ein Bewitterungslabor berichtet für 27 Automobillacke aus neun Lacksystemen Beschleunigungsverhältnisse zwischen 8:1 (für die langlebigsten) und 25:1 (für die am wenigsten langlebigen) - gemessen am Glanzverlust gegen zwölf Monate Florida. Ein Faktor-3-Unterschied allein zwischen Materialien in DERSELBEN Studie. Dieselbe Quelle nennt für die Wiederholbarkeit der Freibewitterung selbst nur Korrelationskoeffizienten von 0,88 bis 0,90 zwischen zwei Florida-Testreihen - das setzt eine Obergrenze für jede erreichbare Laborkorrelation. Bezug: Automobillacke, Kenngröße Glanz - weder Textil noch Festigkeit. Die Faktoren duerfen NICHT als allgemeine Kennzahl gelesen werden. (Q-Lab Technical Bulletin LU-0824 (Herstellerquelle eines Bewitterungslabors))
Nach ISO und ASTM ist die fachlich zulässige Frage nicht "wie viele Stunden entsprechen einem Jahr", sondern ob die RANGFOLGE mehrerer Materialien im Labor mit ihrer Rangfolge im Freiland übereinstimmt.
Temperatur. Mit steigender Temperatur baut die Zugfestigkeit von PET-Gewebe schneller ab (qualitativ belegt, EN ISO 4892-3, Kmita-Fudalej et al. 2021). Photooxidation läuft warm schneller ab als kalt - das ist über die PET-Gewebestudie qualitativ gedeckt. Wie warm ein geschlossenes Dachzelt in praller Sonne tatsächlich wird, ist hier NICHT belegt; eine Messung dazu wurde nicht gefunden. Ein Q10- oder Arrhenius-Kennwert speziell für PET-, PA- oder PU-Zeltgewebe unter UV-Bewitterung wurde nicht gefunden. Der erste Entwurf führte hier Aktivierungsenergien und Beschleunigungsfaktoren aus der Verkapselung organischer Photovoltaikmodule - ein sehr weit entferntes Materialsystem, und der Beleg war eine Dateiablage ohne DOI, Autor und Jahr, die sich nicht identifizieren liess. Gestrichen.
Was die Hersteller zusagen – und was nicht
Es wird hier bewusst KEINE Quote genannt. Der erste Entwurf schrieb "2 von 8 Marken schließen UV ausdrücklich aus" - falsch in Zähler und Nenner: bei zwei der acht Einträge war überhaupt kein Garantietext gelesen worden, einer war gar keine Garantie, sondern ein AGB-Verweis auf die gesetzliche Mängelhaftung, und von den zwei gezählten Marken schließt nur eine UV unbedingt aus. Ehrlich ist: von FÜNF gelesenen Garantietexten (iKamper, TentBox, James Baroud, Thule, Alu-Cab) nennt EINER UV unbedingt als Ausschlussgrund und ein zweiter nur für rein kosmetische Schäden. Vickywood steht in der Liste darunter, zählt hier aber NICHT mit - dort gibt es keine Herstellergarantie, sondern nur den Verweis auf die gesetzliche Mängelhaftung. Eine Hochrechnung auf den Markt wäre aus dieser Stichprobe ohnehin nicht zulässig.
iKamper
UV ausdrücklich und unbedingt ausgeschlossen
„UV damage: ultra-violet damage to fabric or gel coat"
Eigenständiger Eintrag in der Liste der nicht abgedeckten Schäden. Die ebenfalls genannte "vinyl window discoloration or damage" ist dagegen KEIN eigener Ausschlusspunkt, sondern ein Klammerbeispiel unter "normal wear and tear" - der erste Redaktionsentwurf hat beides fälschlich gleichrangig nebeneinandergestellt.
Frist: 2 Jahre pauschal für Dachzelte (1 Jahr für Küche, Schlafsystem, Zubehör); der UV-Ausschluss gilt unabhängig von der Frist.
Für Zubehör verwendet derselbe Garantietext eine abweichende Formulierung des Ausschlusses ("UV damage to fabric or paint"). Der Ausschluss ist also nicht einheitlich formuliert - wer sich darauf beruft, sollte die für sein Bauteil einschlägige Stelle lesen.
Der einzige Fall im Datensatz, der die Kernaussage ohne Abstriche trägt.
https://ikamper.com/pages/warranty · abgerufen 2026-08-20
TentBox
UV nur für REIN KOSMETISCHE Schäden ausgeschlossen
„UV (ultra-violet) damage to fabric or other materials, where the damage is purely cosmetic"
Der Nachsatz "where the damage is purely cosmetic" begrenzt den Ausschluss. Funktionale UV-Schäden - Gewebe, das reißt - erfasst diese Klausel nicht. Separat sind "cloth parts of products or protective coatings that are designed to diminish over time" als Verschleissteile benannt.
Frist: 2 Jahre Standard, auf 5 Jahre erweiterbar.
Korrigiert: Der erste Entwurf führte TentBox als "UV pauschal ausgeschlossen" - obwohl das einschränkende Zitat im selben Eintrag stand. Das war eine Fehldarstellung zu Lasten des Unternehmens: TentBox ist bei UV-Schäden kundenfreundlicher als iKamper, nicht strenger. Der ebenfalls im ersten Entwurf genannte Beleg support.tentbox.com ist nicht auflösbar und wurde entfernt; die Behauptung, TentBox sei durch robots.txt blockiert, war nachweislich falsch.
https://tentbox.com/pages/warranty-policy · abgerufen 2026-08-20
James Baroud
UV nicht namentlich - aber der Gelcoat ist ausgenommen
„general risks to the gelcoat or plastic parts will not be covered by the warranty"
Steht in der Einleitung des Garantiedokuments. Dazu kommt: die Erweiterung auf fünf Jahre durch Produktregistrierung gilt ausdrücklich NICHT für Gelcoat, Solarventilator, Taschenlampe und Verschlüsse. Bei einer Hartschale ist der Gelcoat genau das UV-exponierte Bauteil - und es ist am schlechtesten abgesichert.
Frist: 1 Jahr Standard, auf 5 Jahre erweiterbar (mit den genannten Ausnahmen).
Korrigiert: Der erste Entwurf zitierte an dieser Stelle einen Satz aus dem Pflegekapitel ("prolonged direct exposure to sunlight ... may cause color deterioration"). Ein Lagerhinweis ist kein Garantieausschluss; der substanzielle Befund - die Gelcoat-Klausel - fehlte.
https://jamesbaroud.com/wp-content/uploads/2023/12/James-Baroud-Warranty-Guide-Single-Pages-v2.16.pdf · abgerufen 2026-08-20
Thule (Tepui)
UV nicht genannt
„No warranty is given for defects caused by normal wear and tear, scratches, accidents, modifications"
UV und Verblassen werden nicht namentlich genannt. Ob sie unter "normal wear and tear" fallen, ist dem Text nicht zu entnehmen - das ist eine Auslegungsfrage, keine Feststellung.
Frist: 2 Jahre pauschal für Tepui-Dachzelte.
https://www.thule.com/en-us/about-thule/warranty · abgerufen 2026-08-20
Alu-Cab
UV nicht genannt
„damages resulting from wear and tear, misuse, natural disasters, or accidents"
Allgemeine Ausschlussformel ohne UV-Nennung.
Frist: 2 Jahre auf Struktur (Rahmen, Paneele), 1 Jahr auf bewegliche Teile. Keine gesondert genannte Gewebefrist.
https://www.alu-cab.com/warranty/ · abgerufen 2026-08-20
Vickywood
keine Herstellergarantie - nur gesetzliche Mängelhaftung
„Ist die Kaufsache mangelhaft, gelten die Vorschriften der gesetzlichen Mängelhaftung."
Das ist ein AGB-Verweis, keine Garantie. Der Eintrag gehört deshalb nicht in eine Zählung von Garantiebedingungen.
Frist: keine produktspezifische Frist genannt.
https://www.vickywood.com/agbs/ · abgerufen 2026-08-20
Nicht gelesen: ARB - keine Garantieangaben auf der geprüften Seite auffindbar · Autohome - Garantieseite technisch nicht erreichbar · Campwerk, Naitup, Horntools, Nakatanenga - keine Garantie- oder Materialseite gefunden
Garantietexte ändern sich still. Spätestens in zwölf Monaten erneut prüfen, vorrangig iKamper und TentBox - dort hängen die schärfsten Aussagen der Seite.
Eine freiwillige Herstellergarantie und die gesetzliche Mängelhaftung sind zwei verschiedene Dinge
Eine freiwillige Herstellergarantie und die gesetzliche Mängelhaftung sind zwei verschiedene Dinge. Was eine Garantie ausschließt, ist damit nicht aus der Welt: die gesetzliche Mängelhaftung des VERKÄUFERS bleibt davon unberührt.
- Die Mängelhaftung richtet sich gegen den Verkäufer, die Garantie gegen den Hersteller (oder wen immer sie benennt).
- Sie beträgt beim Neukauf zwei Jahre ab Übergabe.
- In den ersten zwölf Monaten wird vermutet, dass ein auftretender Mangel schon bei Übergabe angelegt war - der Verkäufer muss das Gegenteil beweisen. Danach kehrt sich die Beweislast um.
- Sie setzt einen MANGEL voraus - also eine Abweichung von der geschuldeten Beschaffenheit bei Übergabe. Normale Alterung durch jahrelange Sonnenexposition ist regelmäßig kein solcher Mangel.
Ein Satz wie "Hersteller X schließt UV-Schäden aus" liest sich sonst wie ein vollständiger Rechtsverlust. Er ist es nicht. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung für den Einzelfall.
UPF – die häufigste Verwechslung
Was es misst: UPF (Ultraviolet Protection Factor) misst nach AS/NZS 4399, wie stark ein Gewebe UV-Strahlung blockiert, die auf die darunterliegende, bedeckte HAUT trifft. Es ist eine Kennzahl für den Schutz des Menschen unter dem Stoff.
Was es nicht misst: UPF sagt nichts über die Alterung, die Reißfestigkeit oder die Lebensdauer des Gewebes selbst. Ein fabrikneuer Stoff kann einen hohen UPF-Wert haben und trotzdem nach wenigen Jahren im Freien spröde werden - Strahlungsdurchlass und Haltbarkeit sind zwei verschiedene physikalische Eigenschaften.
AS/NZS 4399:2017/2020 (Australien/Neuseeland). UV STANDARD 801 prüft zusätzlich unter Praxisbedingungen - nass, gedehnt, gealtert -, bleibt aber ebenfalls ein Hautschutzmaß.
Die Recherche ging von der Vermutung aus, Hersteller würden UPF-Werte als Haltbarkeitsversprechen missbrauchen. Bei Dachzelten hat sich das NICHT bestätigt - kein einziger der geprüften Dachzelthersteller weist überhaupt einen UPF-Wert aus. Das ist ein ehrliches Negativergebnis und wird hier als solches geführt, nicht als Verdacht. Die Aussage gilt ausdrücklich nur für Dachzelte: in benachbarten Produktkategorien (Faltpavillons) wurde durchaus ein Anbieter gefunden, der UPF 50+ und Materiallebensdauer in einem Atemzug nennt.
https://www.arpansa.gov.au/our-services/testing-and-calibration/ultraviolet-services/labelling-sun-protective-clothing/nz-standard ; https://www.uvstandard801.com/en/ · norm / behördlich
Pflegemittel mit UV-Versprechen
Die folgenden Urteile sagen ausdrücklich nur etwas über die am 20.08.2026 abgerufenen Produktseiten aus - nicht darüber, ob irgendwo ein Nachweis existiert. Der erste Entwurf formulierte "ohne Beleg"; das ist eine Behauptung über die Nichtexistenz und wurde entschärft.
Warum keiner eine Norm nennt
„There is no unified industry standard rating for UV protection such as in skin sunscreen (SPF or Sun Protection Factor)."
– der Hersteller von 303 Fabric Guard, über die eigene Produktkategorie, abgerufen 2026-08-20
Das erklärt den Befund, statt ihn nur vorzuwerfen: es gibt für Textil-UV-Schutzmittel keine der SPF-Skala vergleichbare Norm, auf die sich ein Anbieter berufen könnte. Eine Herstellerangabe über die Marktlage - nicht über Physik - und damit als Beleg zulässig.
Nikwax Tent & Gear SolarProof
Was behauptet wird: "ultraviolet (UV) protection, to inhibit the reduction of fabric tear strength caused by UV rays"; laut Hersteller kann das Produkt die effektive Lebensdauer der Ausrüstung verdoppeln.
Was geprüft wurde: Auf drei am 20.08.2026 abgerufenen Nikwax-Seiten ist keine Prüfnorm, kein Testbericht und keine Herleitung dieser Zahlen verlinkt.
Das ist der weitreichendste Fall: eine quantitative Aussage (Lebensdauerverdopplung) ohne jede nachvollziehbare Grundlage auf der Seite.
„in two weeks of continuous exposure, [tents] can lose up to half of their strength"
Das ist die einzige quantitative MATERIALbehauptung eines Pflegemittelherstellers im ganzen Datensatz - und sie steht in scharfem Gegensatz zu allem, was die peer-reviewte Literatur hergibt: dort verliert hochfestes Nylon-6,6-Gurtband nach 15 Tagen Dauerbelichtung im Xenonbogen rund 20 Prozent Bruchkraft, PET-Gewebe zeigt erst nach mehreren hundert Stunden deutliche Verluste. Eine Halbierung in zwei Wochen ist mit keiner gefundenen Studie vereinbar. Der Hersteller nennt dafür keine Quelle.
abgerufen 2026-08-20
Grangers Tent + Gear Repel UV
Was behauptet wird: Produktname und Feature-Liste nennen "UV protection".
Was geprüft wurde: Auf der am 20.08.2026 abgerufenen Produktseite keine Prüfnorm, kein Zertifikat, keine Erklärung des Wirkmechanismus.
Deutlich weniger weitreichend als Nikwax - hier stehen zwei Worte, dort eine bezifferte Lebensdauerzusage. Der erste Entwurf bewertete beide gleich hart; das war unverhältnismäßig.
abgerufen 2026-08-20
303 Fabric Guard
Was behauptet wird: Der Hersteller räumt selbst ein, das Produkt "does not provide UV protection directly"; es schütze lediglich die vorhandene UV-Beständigkeit des Gewebes durch Wasser- und Fleckenabweisung.
Was geprüft wurde: Zitat wörtlich verifiziert, im Kontext, keine Produktverwechslung.
Bemerkenswert offen für dieses Produkt. Die Aussage gilt aber ausdrücklich PRODUKTBEZOGEN und nicht für die Marke: derselbe Hersteller bewirbt 303 Aerospace Protectant mit "block up to 98% of UV radiation", ebenfalls ohne Norm. Aerospace Protectant ist für Gewebe ausdrücklich nicht empfohlen, wohl aber für Gelcoat und Vinyl - also genau für die Bauteile, die bei iKamper und James Baroud am schlechtesten von der Garantie gedeckt sind.
abgerufen 2026-08-20
iKamper X-Cover (Transporthülle)
Was behauptet wird: Der Hersteller empfiehlt die Lagerung mit Hülle, stellt zugleich fest, das Zelt sei ohnehin "4-season rated against wind, rain, snow, and UV rays".
Was geprüft wurde: Kein Test und kein Messwert zur Standzeitverlängerung durch die Hülle gefunden.
Bemerkenswert vor allem im Zusammenhang: derselbe Hersteller schließt UV-Schäden von der Garantie aus und bewirbt das Zelt zugleich als UV-tauglich.
abgerufen 2026-08-20
Was die Marken überhaupt veröffentlichen
Von sechzehn geprüften Marken veröffentlichen NEUN überhaupt verwertbare Gewebedaten (Material, Denier, Beschichtung oder Wassersäule): iKamper, Thule, Vickywood, Gentletent, Prime Tech, Qeedo, James Baroud, ARB, Front Runner. Sieben publizieren nichts davon oder waren technisch nicht erreichbar. Diese Zahl ist eine Auszählung der tatsächlich gelesenen Seiten und keine Aussage über den Markt.
Die einzige ausdrückliche UV-Zusage eines Dachzeltherstellers: Front Runner – „waterproof, UV-resistant 400d polyester oxford fabric". NICHT unabhängig nachgeprüft. Es ist die einzige ausdrückliche UV-Beständigkeitszusage eines Dachzeltherstellers im Datensatz und muss vor einer öffentlichen Zitierung eigens verifiziert werden.
UV-Werbung ohne Norm: Prime Tech: "UV-beständiger Zeltstoff" als Qualitätsmerkmal, ohne UPF-Wert und ohne Norm · James Baroud: "filtrant les rayons UV", ohne UPF-Wert und ohne Norm · iKamper: "4-season rated ... against UV rays" im Marketing, ohne UPF-Wert und ohne Norm
Ohne Materialangabe: Autohome (Seite nicht erreichbar) · TentBox (Materialseite nicht abrufbar) · Alu-Cab (keine Materialangabe auf der Garantie- und Produktseite) · Campwerk · Naitup · Horntools · Nakatanenga
Der erste Entwurf dieser Redaktion schrieb "elf von sechzehn" und liess TentBox und Alu-Cab in der Negativliste aus - dieselbe Fehlerklasse (falscher Nenner durch Mitzählen ungelesener Einträge), die eine Zeile weiter oben gerade bei der Garantiequote geheilt worden war. Das Audit hat es gefunden. Quoten sind in diesem Datensatz die fehleranfälligste Textsorte.
Die Denier-, Wassersäulen- und Gewebeangaben der einzelnen Marken wurden im Prüfdurchgang NICHT gegengeprüft - sie sind Herstellerangaben und hier nur als solche geführt.
Was sich daraus praktisch ableiten lässt
ABLEITUNG aus den oben belegten Befunden - kein Messwert. Es gibt zu keinem dieser drei Punkte eine Studie an einem Dachzelt.
Abdecken und Schatten wirken sicher. Das ist der einzige Punkt hier, der keinen Messwert braucht: was abgedeckt ist, bekommt keine UV-Strahlung. Die Eingangsgröße wird auf null gesetzt, nicht gedämpft. Ob eine Transporthülle die Standzeit messbar verlängert, ist dagegen nicht belegt - kein Hersteller legt dazu einen Test vor.
Wer kontrollieren will, fängt bei Gurten und Nähten an, nicht bei der Fläche. Die einzige quantifizierte, solar-repräsentative UV-Messung an einem Material, das in Dachzelten wirklich verbaut ist, betrifft Gurtband - rund 20 Prozent Bruchkraftverlust in dunklen Ausführungen nach 15 Tagen Dauerbelichtung. Für das Dachgewebe selbst gibt es keine vergleichbare Zahl.
Bei Hartschalen ist der Gelcoat das schwächste Glied - technisch und vertraglich. Er ist das UV-exponierte Bauteil, und er ist zugleich dasjenige, das am schlechtesten abgesichert ist: iKamper schließt "ultra-violet damage to fabric or gel coat" ausdrücklich aus, und bei James Baroud ist der Gelcoat von der Garantieverlängerung ausgenommen.
Was hier bewusst fehlt: Eine Empfehlung für eine Bauart oder ein Material. Die Datenlage gibt sie nicht her: die Messwerte stammen aus unvergleichbaren Versuchen, und das häufigste Softshell-Material (Poly-Cotton) hat überhaupt keine Bewitterungsstudie.
Häufige Fragen
- Wie lange hält ein Dachzelt in der Sonne?
- Diese Frage hat keine belastbare Antwort, und das liegt nicht an fehlender Mühe, sondern an den Prüfnormen selbst. ISO 4892-1 sagt, eine Bestrahlungsdauer im Laborgerät lasse sich generell nicht in eine Dauer unter Gebrauchsbedingungen umrechnen; ASTM G151 rät ausdrücklich davon ab, aus Laborstunden Monate oder Jahre im Freien zu errechnen. Wie weit das auseinandergeht, zeigt eine Auswertung eines Bewitterungslabors (Herstellerquelle, keine unabhängige Studie): für 27 Autolacke im selben Versuch lagen die Beschleunigungsverhältnisse zwischen 8:1 und 25:1 – ein Faktor 3 allein zwischen Materialien derselben Reihe, gemessen am Glanzverlust, nicht an der Festigkeit. Diese Faktoren sind ausdrücklich keine übertragbare Kennzahl. Wer Ihnen für Ihr Zelt eine Jahreszahl nennt, hat sie geschätzt.
- Altert mein Zelt im südlichen Afrika doppelt so schnell wie in Deutschland?
- Das lässt sich mit den vorhandenen Daten nicht sagen – und für Namibia und Botswana gibt es nicht einmal eine UV-Zahl. Die nächstgelegene belegte ist Bulawayo in Simbabwe: dort liegt der Spitzenwert beim gut Doppelten des Berliner Werts, im Jahresmittel beim 4,5-Fachen. Beide Zahlen sind aber UV-Index-Werte, und der ist mit dem Erythem-Wirkungsspektrum gewichtet – er misst Sonnenbrand auf Haut, nicht Kettenspaltung im Polymer. Für Materialalterung zählt die kumulierte Bestrahlung in MJ/m² im Bereich 290 bis 400 nm, und die ist für keines dieser Länder ausgewiesen. Dazu kommt: auch das Jahresmittel ist ein Mittagswert, in den die Tageslänge nicht eingeht – und die ist im deutschen Sommer länger. Der UV-Index taugt als Anhaltspunkt für „viel oder wenig Sonne", nicht als Rechengröße.
- Hilft eine dunkle Farbe oder eine helle?
- Die Literatur ist hier uneinheitlich, und diese Seite löst den Widerspruch nicht auf. Für HDPE-Kabelmäntel gilt fein verteilter Ruß als der wirksamste bekannte UV-Schutz. Für hochfestes Nylon-6,6-Gurtband gilt das Gegenteil: nach 15 Tagen Dauerbelichtung verloren dunkle Muster – einschließlich schwarz – rund 20 Prozent Bruchkraft, weiße nur 6 Prozent. Die Autoren dieser Studie schreiben selbst, der Mechanismus bedürfe weiterer Untersuchung.
- Bringen UV-Schutzsprays etwas?
- Von drei geprüften Mitteln räumt eines selbst ein, keinen direkten UV-Schutz zu bieten – es schützt nach Herstellerangabe nur die vorhandene UV-Beständigkeit durch Wasserabweisung. Zwei weitere werben mit UV-Schutz, ohne auf der abgerufenen Produktseite eine Prüfnorm, ein Zertifikat oder eine Erklärung des Wirkmechanismus zu verlinken. Der Grund ist bemerkenswerterweise von einem dieser Hersteller selbst benannt: für UV-Schutz von Textilien gibt es keine der SPF-Skala vergleichbare Industrienorm, auf die sich ein Anbieter berufen könnte.
- Ist ein UPF-50+-Stoff langlebiger?
- Nein – das ist die häufigste Verwechslung zu diesem Thema. UPF misst nach AS/NZS 4399, wie viel UV-Strahlung ein Gewebe von der darunterliegenden Haut fernhält. Es ist ein Hautschutzmaß. Über die Alterung des Gewebes selbst sagt es nichts: ein fabrikneuer Stoff kann einen hohen UPF-Wert haben und trotzdem nach wenigen Jahren im Freien reißanfällig werden. Immerhin – bei Dachzelten wurde kein Hersteller gefunden, der UPF als Haltbarkeitsversprechen verkauft; keiner weist überhaupt einen UPF-Wert aus.
- Zahlt die Garantie, wenn der Stoff ausbleicht?
- Bei einem der fünf gelesenen Garantietexte ausdrücklich nicht: iKamper listet „UV damage: ultra-violet damage to fabric or gel coat" als nicht abgedeckt. TentBox schließt UV-Schäden nur aus, soweit sie rein kosmetisch sind – funktionale Schäden erfasst diese Klausel nicht. Wichtig für deutsche Käufer: eine freiwillige Herstellergarantie und die gesetzliche Mängelhaftung sind zwei verschiedene Dinge. Was eine Garantie ausschließt, berührt die Rechte gegenüber dem Verkäufer nicht. Allerdings setzt die Mängelhaftung einen Mangel bei Übergabe voraus – normale Alterung nach Jahren in der Sonne ist regelmäßig keiner.
- Was altert am Dachzelt zuerst?
- Ehrliche Antwort: das ist nicht gemessen. Keine der ausgewerteten Studien hat je an einem Dachzelt oder an Dachzeltdachgewebe geprüft. Auffällig ist aber, dass die einzige solar-repräsentative Messung an einem Material, das in Dachzelten tatsächlich verbaut wird, das Gurtband betrifft – nicht die Fläche. Für Nähgarn, Reißverschlüsse, Gummizüge und Klett existiert keine einzige quantifizierte UV-Messung.
- Macht die Höhe einen Unterschied?
- Ja, und zwar einen, den man nicht ignorieren sollte: die WHO gibt als Faustregel 10 bis 12 Prozent mehr UV je 1000 Höhenmeter an. Diese Zahl ist allerdings ein Mittelwert und keine Konstante – Alpenmessungen ergeben je nach Strahlungsanteil und Wellenlängenbereich 8,5 bis 23 Prozent je 1000 Meter – im UV-B modelliert sogar bis 36 Prozent, das ist dann aber ein Rechenwert und keine Messung. Die Autoren dieser Arbeiten schreiben ausdrücklich, dass sich keine allgemein gültige Zahl angeben lässt. Dazu kommt der Untergrund: frischer Schnee reflektiert bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung zurück.
Was offen ist
23 offene Fragen
- Tunesien: keine UV-Zahl. Ein etwaiger Eintrag Tunis_TN liegt im technisch nicht lesbaren Teil der Haupttabelle; TEMIS/KNMI führt zwei tunesische Stationen mit täglicher Zeitreihe seit 2002.
- Österreich, Schweiz, Kroatien, Namibia: dito - ob die Haupttabelle Einträge enthält, ist offen, nicht widerlegt. Die publizierte PDF ist größer als 30 MB und war nicht abrufbar.
- Slowenien und Botswana: in der Haupttabelle nachweislich NICHT enthalten. Hier hilft nur ein anderer Datensatz.
- Südafrika: kein Wert für das höher gelegene, äquatornähere Hochveld (Johannesburg, Pretoria) - vermutlich die höchsten Werte des Landes, aber unbelegt.
- Marokko: der belegte Wert gilt für Casablanca an der Atlantikküste. Für Marrakesch und den Hohen Atlas (Höhe!) liegt nichts vor.
- Kein Land hat eine materialkalibrierte UV-Dosis. Solange die fehlt, bleibt jede Aussage der Form "in Land X altert das Zelt Y-mal schneller" unbelegbar.
- Poly-Cotton - das klassische Softshell-Dachmaterial - hat keine einzige quantifizierte UV-Bewitterungsstudie. Das ist die größte inhaltliche Lücke der Seite.
- Keine der zitierten Studien hat an einem Dachzelt oder Dachzeltdach gemessen. Genau eine von zwölf Materialzeilen trägt eine quantifizierte, solar-repräsentative UV-Messung an einem in Dachzelten tatsächlich verbauten Material - und das ist Gurtband, nicht das Dach.
- Kein quantifizierter Faktor, um wie viel länger ein HALS- oder absorberstabilisiertes Gewebe hält als ein unstabilisiertes.
- Der Farbwiderspruch (Russ schützt HDPE - dunkles Nylon-Gurtband altert schneller als weißes) ist NICHT aufgelöst und wird bewusst offen gelassen.
- Kein Q10- oder Arrhenius-Kennwert für Zeltgewebe unter UV.
- GFK und PU haben keinen einzigen UV-Messwert - nur Feuchtewerte.
- Blumthaler/Ambach/Ellinger 1997, die meistzitierte Primärquelle zum Höheneffekt, konnte nicht im Volltext eingesehen werden (robots.txt).
- Front Runners UV-Beständigkeitszusage ist die einzige ihrer Art und noch nicht verifiziert.
- Rom (UVI Max 10) stammt aus der Preprint-Fassung der Haupttabelle; ob die Endfassung denselben Wert trägt, wurde nicht geprüft.
- Kapstadt: die publizierte Tabelle nennt für diese Zeile eine Breite, die im offenen Atlantik läge (-39,9 statt -33,9). Der Wert liegt zwischen 12 und 13.
- TPU-Luftkammern aufblasbarer Dachzelte: keine einzige Quelle zur UV-Alterung gefunden.
- Nächster Schritt für Österreich, Schweiz, Slowenien und Kroatien: die Übersichtsarbeiten "20-year trends and variability of the UV index over Athens and Thessaloniki" (IOP) und "UV Index monitoring in Europe" wären die naheliegenden Quellen, um die europäische Lücke aus EINER Arbeit zu schließen. Beide waren in dieser Recherche nicht abrufbar (robots.txt bzw. HTTP 429).
- Die Arbeit "The impact of UV-protective finish on the natural weathering of high-strength fabrics used in LTA applications" (Polymer Degradation and Stability) behandelt genau das Thema des Pflegemittelkapitels - UV-Schutzausrüstung auf hochfesten Geweben - und war nicht zugänglich (ScienceDirect, robots.txt). Sie wäre die beste vorhandene Ergänzung.
- Fabsil UV-Proofer wurde als weiteres Pflegeprodukt gefunden, aber nicht geprüft. Das Pflegemittelkapitel führt vier Produkte und erhebt damit keinen Anspruch auf Marktüberblick.
- Front Runners Zusage "waterproof, UV-resistant 400d polyester oxford fabric" ist noch nicht eigenständig verifiziert und darf bis dahin nicht als Beleg zitiert werden.
- Trends: die Thessaloniki-Studie berichtet einen signifikanten ANSTIEG der sommerlichen UV-Bestrahlungsstärke über ihren Untersuchungszeitraum, und die Haupttabelle führt eigene Trendspalten, die hier nicht ausgewertet wurden. Für eine Seite über Alterung über Jahre ist die Frage "wird es mehr?" naheliegend - sie ist hier unbeantwortet.
- Die Blauwollskalen-Angaben (ISO 1-8 gegen AATCC L2-L9) stammen aus der Darstellung eines Prüfdienstleisters und sind nicht am Normtext geprüft.
Der nächste Arbeitsschritt
Sieben der vierzehn Länder haben keine vergleichbare Zahl.
- Die publizierte Fassung der Haupttabelle (PDF über 30 MB) lokal laden und den hinteren Teil auf Einträge für Wien, Zürich/Bern, Zagreb, Tunis und Windhoek prüfen. Das könnte die Hauptreihe auf bis zu zwölf Länder bringen.
- Die täglichen ASCII-Zeitreihen des niederländischen Wetterdienstes (TEMIS/KNMI) für die namentlich bekannten Stationen ziehen - es gibt Stationen in Deutschland, Österreich, der Schweiz (auch Davos und Jungfraujoch), Italien, Slowenien, Kroatien, Griechenland, der Türkei, Tunesien und Durban. Daraus liesse sich für zehn der vierzehn Länder aus EINER Quelle dieselbe Kenngröße rechnen. Das wäre dann eine gekennzeichnete Ableitung aus behördlichen Tagesdaten, kein publizierter Wert.
Was auch dann offen bliebe: Marokko außerhalb Casablancas, Namibia und Botswana - dort gibt es weder TEMIS-Stationen noch einen Tabelleneintrag.
Wie diese Seite entstanden ist
Sieben Durchgänge. Drei davon – Skeptikerprüfung, Audit der Redaktion und die Prüfung dieser fertigen Seite – hatten den ausdrücklichen Auftrag zu widerlegen statt zu bestätigen; insgesamt haben acht Prüfer daran gearbeitet. Was sie gefunden haben, steht hier – auch das, was die Redaktion selbst falsch gemacht hat.
Die Durchgänge
- 1. Recherche: drei Agenten, getrennte Aufträge, gemeinsame Regeln (uv/_auftrag.md).
- 2. Skeptikerdurchgang: drei Prüfer mit dem ausdrücklichen Auftrag zu widerlegen, nicht zu bestätigen (uv/prüf_klima.json, uv/prüf_material.json, uv/prüf_hersteller.json). Ergebnis: zweimal "nicht reif", einmal "mit Auflagen".
- 3. Lückenschluss: ein Agent mit dem Auftrag, EINE vergleichbare Quelle für alle vierzehn Länder zu finden (uv/lücken.json). Ergebnis: keine für alle, aber eine für sieben - und damit erstmals eine Zahl für Marokko.
- 4. Nachschlag: gezielte Beschaffung des fehlenden Tabellenteils und Gegenprüfung der BfS-Zahlen (uv/nachschlag.json).
- 5. Redaktion: dieses Skript. Jede Streichung und jede Korrektur steht im Datensatz selbst.
- 6. Audit der Redaktion: ein Prüfer mit dem Auftrag, die REDAKTION gegen die Prüfberichte zu halten - hat sie eingearbeitet oder nur so ausgesehen? Ergebnis: 61 Befunde abgeglichen, zehn still verschwunden, SIEBZEHN NEUE FEHLER, die erst beim Umschreiben entstanden waren (uv/audit_redaktion.json). Urteil: mit Auflagen.
- 7. Korrekturlauf: tools/uv_korrekturen.py arbeitet die 25 Auflagen ein. Jede Änderung prüft ihren Ausgangszustand und bricht ab, wenn sie ihn nicht vorfindet.
Was die Prüfung an der Recherche gefunden hat
- Eine schlicht falsche Zahl (PVC, Richtung invertiert, der Vergleichswert existierte nicht).
- Einen Fehlfaktor von rund 30 (Kapstadt: Tages- statt Monatsdosis).
- Eine umgekehrte Länderrangfolge (Deutschland schien UV-stärker als Nordgriechenland, weil ein Spitzenwert neben einem Klimamittel stand).
- Eine erfundene Auflösung eines Widerspruchs (Russ gegen dunkles Gurtband).
- Eine Fehldarstellung zu Lasten eines benannten Unternehmens (TentBox).
- Eine Quote mit falschem Zähler und falschem Nenner (2 von 8 Marken).
- Ein als Datenfeld getarntes Eigenurteil (rangfolge_platz).
- Zwei unzulässige Quellen (uvaindex.org für eine physikalische Größe, ein Titel ohne gelesenen Text als "MESSWERT-Beleg").
- Zwei Zahlensätze aus Versuchen ganz ohne UV in einer UV-Tabelle (GFK, PU).
Was die Prüfung bestätigt hat
- Kein einziges Herstellerzitat war erfunden oder verfälscht - alle fünf prüfbaren Garantiequellen tragen den zitierten Wortlaut unverändert.
- Deutschland 8-9 ist ein stehender, ereignisunabhängiger BfS-Satz, keine Hochrechnung.
- Ankara rund 10 steht als Zahl in der Quelle, nicht nur als Kategorie.
- Beide WHO-Formulierungen zum Höheneffekt existieren wirklich.
- Zwei Quellen waren zu SCHLECHT bewertet und wurden angehoben: Wentzel et al. ist regulär peer-reviewed (Environ Sci Technol), und der Nylon-Preprint ist seit Oktober 2025 begutachtet publiziert (J Polym Res).
- Die Entscheidung des ersten Entwurfs, die unmöglichen ABS-Prozentwerte (über 100 Prozent Rückgang) NICHT zu übernehmen, war sachlich richtig.
Was die Redaktion selbst falsch gemacht hat
- Ein als wörtlich ausgewiesenes ASTM-Normzitat war beim Umschreiben geglättet worden - ausgerechnet der Satz, mit dem die Seite ihre wichtigste Leseraussage begründet.
- Eine neue Fehlzählung ("elf von sechzehn Marken" statt neun) - dieselbe Fehlerklasse, die dieselbe Redaktion eine Zeile darüber gerade bei der Garantiequote geheilt hatte.
- Ein frei erfundener Vergleichssatz ("gefährlicher als ein Sommer in Namibia"), der drei andere Stellen derselben Datei bestreitet.
- Mehrere Sätze Lehrbuchprosa, die in keiner Quelle stehen: die Opferschicht-Behauptung beim Gelcoat, die Aufheizung des geschlossenen Zelts, "stinkt" bei PU, "spröde" bei Baumwolle.
- Zehn Befunde des Skeptikerdurchgangs waren beim Umbau verschwunden - darunter die MJ/m2-Größe aus dem UNEP-Bericht, also ausgerechnet die Einheit, die die Seite dem UV-Index entgegensetzen will.
- Die eigene Freigabe stand auf "veröffentlichungsreif" mit leerer Auflagenliste, obwohl 25 Auflagen offen waren.
Eine Redaktion braucht dieselbe Gegenprüfung wie eine Recherche. Wer aus geprüftem Material neu schreibt, schreibt neue Fehler - und zwar bevorzugt dort, wo der Text am flüssigsten wird.
Haut und Augen: nicht Thema dieser Seite
Diese Seite behandelt MATERIAL. Alle Zahlen hier beschreiben, was UV mit Gewebe, Beschichtung und Kunststoff macht - nicht, was es mit Haut und Augen macht.
Für den Schutz von Haut und Augen sind in Deutschland das Bundesamt für Strahlenschutz (bfs.de) und der Deutsche Wetterdienst (dwd.de, UV-Prognose) die zuständigen Stellen; international WHO und ICNIRP. Der UV-Index, um den es auf dieser Seite geht, ist ursprünglich für genau diesen Zweck gebaut worden.
Weil die Seite mit hohen UV-Index-Zahlen für Reiseziele arbeitet und ein Leser sie sonst als Gesundheitsaussage lesen könnte, ohne dass hier eine steht.
Diese Seite beschreibt Material, nicht Recht und nicht Gesundheit. Wer wissen will, wo das Dachzelt überhaupt stehen darf, findet das für Deutschland unter Übernachten im Dachzelt und für sieben Reiseländer unter Dachzelt-Recht in Europa und der Türkei. Stand: August 2026.